Konzerte – Mein Fluch & Segen

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Zu Anfang möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich es wahrhaft wunderbar finde, Konzerte zu besuchen. Ich LIEBD es, wenn Künstler auf Tour gehen, um ihre Leidenschaft auszuüben und ihr Innerstes nach außen zu tragen, es mit ihrem Publikum teilen. Ich LIEBE es, mich der alles erfüllenden und ausfüllenden Musik hinzugeben, die Klänge und Vibrationen in meinen Körper aufzunehmen. In eine Art Trance zu schweben, in dem nichts mehr real ist, außer die Worte, die Klänge und der Bass.  Ich war natürlich schon als normal Sehende, aber der Erinnerung nach waren die lange nicht so intensiv.

Die Vorteile, die eine Sehbehinderung diesbezüglich aufwirft, nämlich, dass man alles viel intensiver spürt und wahrnimmt, bringt allerdings auch ihren hässlichen kleinen Bruder mit, so möchte ich es mal ausdrücken. ^^

Ich glaube meinem persönlichen Knacks ist zum einen zu zuschreiben, dass ich kurz vor einem Konzert oft den einen kurzen Gedanken daran verschwende, doch nicht hin zu wollen und sei es, dass ich mich vorher wochenlang darauf gefreut habe. Diese Gedankn kommen vor allem dann auf, wenn wir in eine unbekannte Location fahren, in der ich mich nicht auskenne. Vor allem die Sache mit ‚in-fremden-klos-mit-fremden-menschen-zurecht-finden‘ stresst mich im Vorhinein schon so, dass ich sowas gern aus dem Weg gehe (Vielleicht werde ich in eine späteren Beitrag mal genauer darauf eingehen ;)).

Zum andere – also echt Leute, wem geht’s heimlich genauso? – Ich finde Vorbands SO nervig 😀 klar, es ist tolle, wenn unbekanntere Bands die Chance kriegen, eine größere Band zu supporten, man erweitert seinen Bandhorizont und 80 % der Vorbands, die ich bisher so erleben durfte waren wirklichgut. Aber blabla…ich bin eben ungeduldig und habe mir die Karte ja scließlich nur aus enem Grund gekauft…Das Arument ‚Aber du bekommst doch quasi 2 Bands zum Preis von einer‘ zieht bei mir mals so gar nicht!

Neben den körperlichen Beschwerden, wie Rückenschmerzen und Nackenverspanntheit, Schwindel durch die oft schlechte Luft oder Fußschmerzen, die alle immer intensiver werden, je länger ich stehe, nehme ich auch äußere Einflüsse viel stärker wahr.

Hier rede ich nicht etwa von der oft zu lauten Musik, das stört mich wirklich am wenigsten – es sind die anderen Menschen. Natürlichsind auf Konzerten viele Menschen, was ja auch irgendwie die Atmosphäre ausmacht, wenn alle gemeinsam zur Musik abgehen. Jeder will es für sich best möglich genießen, das ist klar. Aber MUSS es wirklich sein, dass das oftmals so sehr auf kosten anderer geschieht?!

Was ich meine ist, dass es so Spezialisten gibt, die sich zum Beispiel ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menge quetschen, um den besten Platz z ergattern, obwohl sie sehen, dass eigentlich kein Durchkommen mehr ist. Man wird dann weg geschubst, angerempelt und am besten stellen sie sich mit ihren 1,80m noch direkt vor einen und das so dicht, dass man riechen kann, welches Shampoo derjenige morgens benutzt hat. Gut, immerhin hat man manchmal Glück und es wurde vorher geduscht…nein, aber mal im Ernst: Wenn Ihr vorne stehen wollt, dann KOMMT EINFACH FRÜHER, VERDAMMT. Oder guckt euch wenigstens um, bevor ihr euch vor die kleinste Person im Saal stellt. Es gibt schon einen Grund, warum sie dort vorne steht.

Ein weiterer Typ Konzertbesucher ist ganz ähnlich zu dem eben Beschriebenen. Mit dem einzigen Unterschied, dass er SO viel gesoffen hat, dass er einem beim Durchdrängeln zweimal auf die Füße latscht, einem sein Bier halbwegs auf die Handwäsche-Klamotten schüttet und beim Vor- einem-stehen in regelmäßigen Abständen nach vorne und hinten wankend, seinen verschwitzten Astralkörper hinhält. Also echt Leute, ich hab gar nichts gegen Alkohol, aber man ist nicht mehr 16 und sollte seine Grenzen schon ein bisschen im Blick haben…

Meine ‚allerliebste‘ Publikumsfraktion sind allerdings die, die während eines Konzertes miteinander quatschen. Ich meine nicht die, die sich ab und zu etwas ins Ohr ‚flüstern‘ – zu denen gehöre ich oftmals auch – nein. Es geht um die, die SO laut schreien, damit der andere ihn versteht, dass man kaum noch dem Künstler folgen kann. Ein Beispiel: Auf meinem letzten Konzert standen hinter meinem Freund und mir drei Bremer (ja, das weiß ich auch aus ihrem Gespräch :D, zwei Typen und eine Frau. Die drei fingen mitten in einem Song plötzlichan, sich lautstark zu unterhalten, klar, denn sonst hätten sie sich ja auch nicht verstanden, während Michelle Darkness in sein Mikro singt. Bei diesem Gespräch ging es mit nichten um das Konzert und das derweil dar gebotene. nein…’ich soll schön grüßen von xy, sie hat mir gerade geschrieben‘ ‚ach xy, die gibts noch? Das ist ja ’n Ding, was macht die denn jetzt so?‘ and so on…EUER FUCKING ERNST?! Geht ihr zum Qutschen auf ein Konzert oder was? Ich glaube, mehr muss ich nicht dazu sagen…

Den Jackpot hat man natürlich – und den hatte wir bei einem kürzlich in Lübeck stattgefundenen Konzert – wenn all diese Dinge an einem Abendauftreten. Die ständig brüllenden besoffenen Anfang- Fünziger und meine daraus resultierende Whisky-Cola-Dusche waren daran wirklich nur die Krönung.

 

Natürlich ist das nur meine absolut subjektive Meinung, eben WEIL ich alles intensiver wahrnehme und da sehr sensibilisiert worden bin. Ich bin aber sicher, jedem der regelmäßig auf Konzerten unterwegs ist, und ich glaube das hängt gar nicht mal vom Genre ab, dem werden die ein oder anderen Situationene bekannt vorkommen.

Klar, nicht jede Konzerte sind so und ich hatte auch schon viele für mich relativ ’störungsfreie‘ Konzerte. Es muss ja auch einen Grund haben, warum ich immer wieder auf welche gehe – diese sind eigentlichauch glasklar. Die Musik und das Feeling, was die Künstler vermitteln wollen, steht einfach absolut im Vordergrund, Bisher habe ich noch kein einiges Konzert erlebt, bei dem das Negative so weit überwiegt hat, dass sich der Abend mit allen Anstrengungen nicht gelohnt hat. Wenn die Musik einen alles andere vergessen lässt, dann ist es das allemal wert gewesen. Solange das so ist, werde ich auch weiterhin kein Konzert verpassen.

Achja, viele Grüße an die ganzen Spaten, die sich hier vielleicht angesprochen gefühlt haben – lasst es euch eine Lehr sein ;D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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